Hallo
Kuppi,
ich
habe mich vor kurzem bei euch im Gästebuch als Karpfenkönich
verewigt. Nochmals: Daumen hoch für die Seite, macht immer wieder
Spaß da zu stöbern!
Wir
sind mittlerweile auch von unserer diesjährigen Hecht- und Biertour
aus Schweden zurück im hektischen Deutschland. Ich wollte mal kurz
berichten:
Wir
waren diesmal zu viert am Södra Vixen in der Nähe von Eksjö.
Schönes, zweckmäßiges Haus, zwei wirklich gute Motorboote,
sehr angenehmer Vermieter, tolle Gegend, war alles sehr rund.
See war überschaubar (ca. 1,5x4km) aber mit viel Struktur, Flachwasserzonen
aber auch Tiefen bis knapp 20m. Fisch leider nur Hecht und
Barsch.

Beim
Angeln wurde in den ersten anderthalb Tage das Ufer mit Krautblinker
und flach laufenden Wobblern beackert. Wie zu erwarten, wurden einige
Hechtlein bis 50cm überlistet.
An den weitern Tagen haben wir fast ausschließlich geschleppt.
Bemerkenswert war, dass die Hechte Ende September schon deutlich in
unterschiedlichen Tiefen standen. Wobbler die auf etwa 4m liefen, brachten,
egal über welcher Tiefe geangelt wurde, Fische in der Einheitsgröße
70cm. Für den abendlichen Küchenhecht war dadurch immer gesorgt.
Auf 7-10m geschleppte Wobbler bissen dann die Fische über 80. Oft
kamen die Bisse kurz bevor der Wobbler laut Echolot aufsetzen sollte.
Kracher war hier ein 1,16m Brummer, der wie einige gute Fische auf einen
über 10m tief laufenden Wühltischwobbler zu 3,50€ von
Strom biß.

Unser
Japanwobblerfetischist saß bei der 1,16m Aktion mit auffem Boot
und musste danach natürlich über diesen billigen Scheißköder
abledern. Er konnte aber auch nicht umhin, sich kurz darauf mal ein
ähnliches Modell zu borgen, der Fänger hatte ja fast seine
ganze Kiste voll mit den Storms, um diese dann kurz darauf für
immer in den Tiefen des Vixens zu versenken. Scheiße passiert!

Japanwobblerfetischist
fängt 95er Hecht auf einen von uns geschenkten! Illex Carrie
Gefangen
wurde auf alle Farben, wobei zum ersten Mal überhaupt die Redheads
gut gingen. Neben den üblichen Verdächtigen wie Super Shad
Rap und Salmo Perch brachten diesmal besonders die Storms und der Schwedenwobbler
Westin Jätte die guten Fische.

Insgesamt konnten etwa 65 Hechte gefangen werden, die genaue Zahl lässt
sich aufgrund des oft hohen Bier- und Eierlikörkonsums nicht mehr
genau feststellen. Sechs Fische überschritten die 80er Marke. Beim
Spinnfischen gingen außerdem noch 5 Barsche an den Haken, ein
fetter 40er war dabei.
Für
uns war es ne geile Woche, Vixen wir werden wieder kommen!
Euch
wünsch ich für die nächsten Touren viel Fisch und viele
tolle Erlebnisse, die man dann in den Tourberichten auf deiner Seite
wieder findet.
Gruß
Timo Karpfenkönich
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Nachfolgend
ein Angelbericht von Werner, den ich aus 2 an mich gesendete Mails zusammengesetzt
habe
Zurück
aus Schweden möchte ich nur sagen: 54 gezählte Hechte aus
einem See südlich von Stockholm; wobei wir (6 Mann) wahrscheinlich
über 60 hatten (einer hat nicht mitgezählt...)
Die meisten zwischen 50-75 cm, 5 zwischen 80 und 93 cm. Und einer konnte
nicht gemessen werden - tja, rate mal wer den für ca. 5 Sekunden
gefangen hatte. Genau, ich mit meiner Daiwa Travel Spin!!! Seriös
betrachtet (und von meinen 2 Bootskollegen bestätigt) war das evtl.
der magische Meter. Das Problem begann, dass mein Biss genau dann erfolgte,
als noch einer anderer
Hecht auf dem Boot war (inkl. Spinnerverhakung im Kescher). Weiteres
Problem: ich dachte "prima, wieder einer aus der Kategorie alles
normal, d.h. Randrillen und rein ins Boot!" Ich also nicht faul,
schön gekurbelt unddie Sache ging inklusive dem üblichen Krautwickel
am oberen Teil des Vorfachs ganz ordentlich vorwärts. Dann begann
es ALLERDINGS im Abstand von ca. 2m zum Boot für alle Beteiligten
sehr abwechslungsreich (und eben ganzanders als ich das gewohnt war)
zu werden:
1.
Fisch war für eine 1/3 Sekunde an der Oberfläche,
2. ich zu Tode erschrocken wegen dem Riesenvieh,
3. er auch und ab ging die Post (was zur Folge hatte, dass ich nebst
Brille komplett nass war),
4. Die Bremse war auf den "Hecht-Normalfall" eingestellt,
und trotz ambitioniertem Nachdrehens ging die Schnur von der Rolle ab
wie eine Rakete. Wohin? Klar - unters Boot!
5. Zwischenzeitlich war der Kescher zwar frei, aber definitiv zu klein,
und Handlandung hat keiner von uns dreien je vorher gemacht. Das 2-Mann-Plastikruderboot
erlaubte übrigens für uns 3 Mann mit rund 350 Kilo Gewicht
ebenfalls nur sehr bescheidene und allseits wohl überlegte Bewegungsabläufe
(in einer anderen Situation waren wir kurz vor dem Absaufen...).
6. Egal - ich drille nun zwischenzeitlich mit einem Achter in der doch
recht leichten Daiwa Travel Spin (Kompliment - hätte ich nicht
gedacht: die hält das wirklich aus!) was das Zeug hält.
7. siehe da, Fisch kommt hoch, Kescher drunter, noch mal werde ich ganz
nass, Fisch ist für 2 Sekunden zwischen Kescher und bzw. im Boot.
Dann lässt die Spannung am außen gehakten, kleinen Löffelblinker
für einen Bruchteil nach, kurzes Kopfschütteln und die Folge
ist ein entspannter Riesensatz des noch lange nicht müden Dicken
zurück ins nasse Element.


Mein
persönliches Fazit: die schnellste und fischfreundlichste Methode
von "Catch and Release" hat soeben stattgefunden ... zwar
ohne Foto und üblicher Längenmessung, aber mir war es im Nachgang
völlig egal, weil ich wirklich etwas bange war, dass dieses wunderschöne
Tier beim üblichen "Landgang" aufgrund unserer doch nicht
so großen Erfahrung evtl. Schaden nehmen könnte.
Des
weiteren habe ich gelernt, dass man immer mit dem Ausnahmefall rechnen
muss: ich habe im falschen Glauben zu schnell gedrillt, das Material
war kurz vor der Grenze, und das "Schwädänkrokodil"
(so sagt mein slowakischer Geschäftsfreund) war nicht einmal ansatzweise
müde. Und ein vernünftiger Kescher oder ein griffbereites
Release-Gaff wären auch nicht schlecht
gewesen.

Ansonsten
fange ich und meine zwei Mitangler bei 8-13 Grad und bedecktem Himmel
mit sonnigen Abschnitten munter weiter - mal 1 oder 2, mal 6 am Tag
(pro Person versteht sich). Immer schön langsam an der Schilfkante
entlang gerudert, stehen geblieben, gucken, quatschen und mittreiben
lassen, Krautwickel abmachen. Alles immer schön locker mit dem
Dosenbierchen und einem obligatorischen Begießungsschluckes aus
meinem Flachmännchen bei jedem geglückten Fang.
Randnotiz: Aufgrund des guten Erfolgs waren wir abends meist schon reichlich
entspannt ... außer an dem Abend als ich gegen den Wind mit Stärke
5-6 plus Wellen ca. 1,5 km über den See zurückrudern durfte.
Mannomann, da ist das Fitnesstraining nichts dagegen!



Ich
habe während der ganzen Zeit nur zwei Sachen probiert: schöner
roter Löffelspinner aus Aldi-Restbestand und gelbgestreifter Gummifisch.
Ersterer hat alle Fänge erbracht, und ist reichlich angegriffen
bzw. im Eimer. Das mit dem Gummifisch war mir gewichtsmäßig
beim Werfen nicht ganz koscher, da die Rute dafür deutlich zu leicht
ist. Ansonsten Montage wie du mir gesagt
hattest: vornweg eine Knotenlosverbindung mit Hochseewirbel, dann ein
7x7 50cm-Stahlvorfach (15 kg). Team 2 auf dem anderen Boot war ambitionierter
und verlegte sich aufs Schleppen mit Gummifisch, da sie einen kleinen
Elektroaußenborder im Gegensatz zu uns haben. Ergebnis: 3 der
besagten 5 Größten im Freiwasser.
Anbei
einige Bilder des ambitionierten Teams 2 - von unserem gemütlichen
Ruderkahn kommen auch noch welche ...
Beste
Grüße an Dich, Kuppi, und vielen Dank für Deine Tipps!
"Tight lines"

So,
das sind jetzt hauptsächlich die Bilder von uns, d.h. vom "easy
going" Dosenbier-Ruderteam 1 (die anderen hatten ja den kleinen
E-Motor zum Schleppen...): ich mit der schwarzen SUPERFUND-Mütze,
Thomas aus Hamburg in Rot. Und Nummer drei, stehend neben mir (und den
Dosen), ist Jochen aus Köln.
Tja, noch mal mein Resumée:

*
Wie du schon auf deiner Homepage gesagt hast: immer mit ("großem")
Biss statt Hänger rechnen!
* Mein persönlicher Renner war ein roter, nicht allzu großer
Metalllöffelspinner - von 10 Fällen erfolgte der Biss 9x direkt
beim Aufkommen auf die Wasseroberfläche. Und 1x als ich schon so
"kurz" mit der Rute/Schnur gedankenverloren (siehe Punkt 1!!!)
im Boot saß, dass nach
versuchtem, hebelmäßig/physikalisch eigentlich vollkommen
idiotischem Anschlag der Drilling an der Rutenspitze und das Vorfach
zwischen dem 3. und 4. Ring hing... der Fisch war übrigens kurzfristig
mit mir auf Augenhöhe, d.h. rund 60cm aus dem Wasser rausgesprungen/-gezogen.
* Kleiner Kescher ist sch... und dein Tipp mit den groben Maschen hätte
ich auch vorher lesen sollen - Mannomann, was für ein Gefummel,
wenn da 1, 2 Drillinge drinhängen, und du selbst schon diverse
Entspannungsdosen intus hast :-)
* Wer keinen Bock auf Sperrgepäck mittels PVC-Transportrohren hat,
ist mit der 2,40m (4-teiligen & somit koffergängigen!) Daiwa
Travel Spin wirklich bestens bedient. Wobei man sagen muss, dass es
ab 90cm aufwärts nur mit vernünftigen Ausdrillen plus etwas
Glück zur Landung reicht. So mal "volles Rohr durchziehen"
ist nicht zu empfehlen, dafür ist die Rute zu fein. Das gilt auch
für große/schwere Gummifische bzw. Riesenwobbler, d.h. schweres
Schleppen war mir da auch zu gefährlich. Alles in allem war ich
schon froh, dass ich bei Schnur, Vorfach und Wirbel auf Kuppi gehört
hatte, und recht schweres Geschütz aufgefahren habe ... weil Krautwickel
bzw. Hänger
(manchmal plus Hecht!) so doch keinerlei Material-/Fischverluste brachten;
die Rute hält einen "Achter" bravourös aus!
* Gebissen hat es zu jeder Tageszeit und annähernd an jeder Schilfkante:
"3-4x Kraut, 1x Biss" war das übliche Wurfergebnis. Team
2 hatte mit Wobblerschleppen ohne Echolot im Freiwasser zwischen 2 und
5 Meter Tiefe auch Erfolg; mit Werfen, auf dem Grund Rumhüpfen
lassen, und Reinholen ging da aber in den 3 Tagen gar nix.
So,
Kuppi; das war es von mir aus AB.
Danke,
beste Grüße an Dich nebst Gesundheit plus viele dicke Fische!
Falls du mal einen Mitangler suchst ... würde mich freuen.
